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Meldungsarchiv

05. November 2019

Gedenken an Novemberpogrome 1938

Stolperstein

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 ereigneten sich im ganzen Land die nationalsozialistischen Novemberpogrome: Synagogen wurden in Brand gesteckt, jüdische Geschäfts- und Privathäuser verwüstet, jüdische Friedhöfe geschändet, jüdische Menschen misshandelt und verhaftet. Diese Nacht bezeichnete nach den Jahren ihrer Ausgrenzung und Herabsetzung den Beginn der planmäßigen Verfolgung der deutschen Juden, die in ihrer Ermordung gipfeln sollte.  

 

In Verl überfielen nationalsozialistische Schläger die Familie Hope. Laura Hope führte einen Gemischtwarenladen mit Schankwirtschaft in ihrem Haus Verl Nr. 9 (heute Hauptstraße 33). Die Täter drangen gewaltsam in das Haus ein, in dem sich Frau Hope, ihr Sohn Fritz und ihre Töchter Anna und Auguste aufhielten, und begannen, die Einrichtung von Wohnung und Laden zu zertrümmern. Der Sohn flüchtete in Todesangst zu der benachbarten Familie Schmalenstroer, die ihn versteckte. Am nächsten Morgen wurde er gemeinsam mit seinem Cousin Otto Hope verhaftet und in das Konzentrationslager Buchenwald gebracht.

 

Fritz Hope fand 1940 in Brasilien Aufnahme. Seiner Mutter, seinen Schwestern und seinem Cousin, der nach Verl zurückgekehrt war, gelang die geplante Auswanderung wegen des Krieges nicht mehr. Auguste Hope, verheiratete Altmann, nahm sich 1942 in Berlin das Leben; Laura, Anna und Otto Hope wurden 1942 aus Verl deportiert und fanden in nationalsozialistischen Lagern den Tod.

 

Anlässlich des Jahrestags der Pogromnacht lädt der Heimatverein Verl am Samstag, 9. November, um 16 Uhr zu einem Besuch der Stolpersteine als Erinnerungsorte der Biografien jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger in Verl ein. Treffpunkt ist um 16 Uhr am Heimathaus (Sender Straße 8).
Bildquellen: Pressestelle der Stadt Verl

Ihr Ansprechpartner bei der Stadt Verl

Annette Huss
Fachbereich Zentrale Dienste
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E-Mail: Annette.Huss@verl.de