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Meldungsarchiv

29. Mai 2019

Österwieher Straße: Videokamera überwacht Baustelle

Baustelle

Timo Kohl vom Kreis Gütersloh und Karsten Bansemer von der Firma Sicherheit und Service haben schon viele Baustellen betreut. Doch was die Videokamera zurzeit an der Österwieher Straße aufzeichnet, verblüfft selbst die Experten: Seelenruhig steigt ein Beifahrer aus einem Auto, bricht den Schrankenbaum ab, der zur Absperrung der Baustelle dient, lässt das Fahrzeug durchfahren und hängt dann den beschädigten Schrankenbaum wieder ein. Anschließend fährt der Wagen davon.

 

Kein Einzelfall derzeit an der Kreisstraße 41. Weder Hinweisschilder noch Absperrungen und Schranken halten zahlreiche Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer davon ab, sich mit dem Auto oder Fahrrad ihren Weg durch die Baustelle zu bahnen. Ursprünglich, erläutert Timo Kohl, war für den aktuellen Bauabschnitt nur eine Wanderbaustelle mit halbseitiger Sperrung vorgesehen. Statt mit den vorgeschriebenen 50 km/h fuhren die meisten Autofahrer jedoch mit 80 km/h durch den Bereich. Viel zu gefährlich für die Mitarbeiter der Baufirma, mehrere Beinaheunfälle waren die Folge. Also wurde die Straße gesperrt, unter anderem mit einer Schranke auf jeder Seite. Diese lässt sich per Fernbedienung nur von Mitarbeitern der Baufirma und den Fahrern der Schulbusse öffnen. Doch auch andere Verkehrsteilnehmer verschafften sich freie Durchfahrt, indem sie die Schranke einfach abbrachen. Mehrere Male ist das inzwischen passiert.

 

Daraufhin wurde ein Sicherheitsdienst engagiert, doch auch das reichte als Abschreckung nicht. Inzwischen wird die südliche Baustellenzufahrt im Bereich der Einmündungen von Henkenstraße und Bornholter Straße daher rund um die Uhr mit einer Videokamera überwacht. Erfasst werden ausschließlich Bewegungen im abgesperrten, also nichtöffentlichen Raum, um dem Datenschutz zu entsprechen. Schilder auf beiden Seiten weisen auf die Kamera hin. Straftaten, die im Baustellenbereich aufgezeichnet werden, werden konsequent verfolgt. „Wir haben die Sperrung nicht zum Spaß vorgenommen. Die Unfallverhütungsvorschriften schreiben das vor“, sagt Bürgermeister Michael Esken. Wer die Absperrung beschädige, begehe eine vorsätzliche Sachbeschädigung und somit eine Straftat.

 

Die meisten Autofahrer fahren übrigens über den Frickenweg in den Baustellenbereich hinein. Lkw-Fahrer wurden übrigens noch nicht beobachtet – sie nutzen die ausgeschilderten Umleitungen.

 

Gebaut wird an der Österwieher Straße seit März 2018. Die Maßnahme des Kreises Gütersloh umfasst den Neubau eines gut zwei Kilometer langen Geh- und Radwegs, die Kurvenabflachung an der L867 (Neuenkirchener Straße), den Neubau von zwei Brücken über die Wapel und den Bastergraben sowie teilweise Fahrbahnausbauten und -sanierungen. Die Fertigstellung ist für den kommenden November geplant.  

 

Bildzeile:

Timo Kohl (Kreis Gütersloh), Bauleiter Matthias Müller (Michael Richter Tiefbau GmbH) und Karsten Bansemer (Sicherheit und Service Westfalen e. K., v. l.) vor der Schranke, die schon mehrfach mutwillig beschädigt wurde.

Bildquellen: Pressestelle der Stadt Verl

Ihr Ansprechpartner bei der Stadt Verl