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Meldungsarchiv

10. Oktober 2018

Klaus Töpfer prominenter Gast der Klimaschutzwoche

Goldenes Buch

Mit Prof. Dr. Klaus Töpfer war jetzt Deutschlands profiliertester Umweltpolitiker in Verl zu Gast. Beim Wirtschaftsgespräch, das diesmal im Rahmen der Klimaschutzwoche stattfand, referierte er vor rund 150 Interessierten über den Klimawandel und die Chancen, die sich insbesondere für die Wirtschaft aus einer ökologischen Kehrtwende ergeben können. „Eine Hand, die du nicht abhacken kannst, musst du schütteln. Also schütteln wir dem Klimawandel doch die Hand“, so der ehemalige Bundesumweltminister.

 

„Wir werden uns verändern müssen, ob  wir wollen oder nicht“, machte Töpfer deutlich. Der viel diskutierte heiße und trockene Sommer 2018, der sich gerade bis in den Herbst fortsetze, sei zwar kein Beleg für den Klimawandel. „Aber er widerlegt die Erwartungen eines zunehmend wärmeren und trockenen Klimas auch nicht.“ Statt abzuwarten, ob der Klimawandel tatsächlich eintrete, gelte es jetzt zu handeln, appellierte Töpfer an sein Publikum. „Wenn es um andere Dinge geht, fällen wir Entscheidungen doch auch nicht erst, wenn die Situation eingetreten ist. Warum zögern wir also ausgerechnet beim Klimawandel?“, fragte der weltweit anerkannte Umweltpolitiker.

 

Gerade die hiesige Region sei aus seiner Erfahrung offen für neue Techniken, hob Töpfer, der in Höxter wohnt, hervor. Die Idee von Bürgermeister Michael Esken, die TWE-Strecke mit autonom fahrenden Zügen wiederzubeleben, sei das beste Beispiel. „Hier werden Ideen entwickelt, weil man Weiterentwicklungen vorantreiben will, und nicht nur, weil man es sich finanziell leisten kann“, stellte der Experte anerkennend heraus. Generell seien Wachstumsmöglichkeiten stets nur aus der Veränderung heraus möglich, sagte Töpfer und zitierte den Begriff der schöpferischen Zerstörung, eine von dem österreichischen Ökonomen Joseph A. Schumpeter vertretene Wirtschaftsphilosophie, nach der Innovation der Treiber für Wachstum und damit für ein langfristiges Bestehen von Unternehmen ist.

 

„Wenn wir etwas gegen den Klimawandel tun, ergeben sich auch neue Märkte“, ist Töpfer überzeugt. Beispiele seien die Erzeugung und vor allem die Speicherung von Strom. Auch für die Vermeidung von Verpackungen gelte es, neue Ideen zu entwickeln. Oder bezüglich des Einsatzes von Wasserstoff und Brennstoffzelle. „Auch bei der Energieeffizienz von Gebäuden sind wir bei weitem noch nicht da, wo wir sein könnten.“

 

Seine Appelle wollte Töpfer, der im Juli seinen 80. Geburtstag gefeiert hat, nicht als „Wort zum Sonntag“ verstanden wissen. „Wir müssen handeln, das ist doch einfach naheliegend. Und zu handeln ist das Grundprinzip jeden Wirtschaftens“,  betonte er. Ein wenig Altersmilde ließ er am Ende seiner ebenso lebendigen wie pointierten Rede aber doch durchblitzen: „Als ehemaliger Minister ist das natürlich alles leichter gesagt als aktiver Minister“, meinte er schmunzelnd.

 

Bürgermeister Michael Esken nahm das Wirtschaftsgespräch in seiner Begrüßung zum Anlass, den Unternehmen einmal mehr zu danken. „Eines unserer Markenzeichen ist, dass wir in Verl viele inhabergeführte Unternehmen haben, die sich dem Standort verpflichtet fühlen“, hob er hervor. Dass die Unternehmen trotz ihrer oft langen Tradition stets offen für Neues seien, zeige zum Beispiel die Firma Paul Kuhn, in deren Räumen die Veranstaltung stattfand: Hier fahren die Radlader inzwischen mit Strom statt mit Diesel.

 

Bildzeile:

Vor seinem Vortrag trug sich Prof. Dr. Klaus Töpfer im Beisein von (v. l.) Bürgermeister Michael Esken, Altbürgermeister Josef Lakämper, FWG-Fraktionschef Wolfgang Rohde, CDU-Fraktionschefin Gabriele Nitsch, Bündnis 90/Die Grünen-Fraktionschef Johannes Wilke und Burkhard Kuhn (Paul Kuhn GmbH) in das Goldene Buch der Stadt ein.

 

Im Folgenden ein Überblick über die noch anstehenden Veranstaltungen der Klimaschutzwoche:

 

Das Programm am heutigen Mittwoch, 10. Oktober, gestaltet das Stadtwerk Verl: Von 9 bis 17 Uhr erfahren Interessierte an einem Infostand im Rathaus, wie sich im Alltag Energie sparen lässt, während in einem Vortrag um 18.30 Uhr die Brennstoffzellentechnik im Mittelpunkt steht.

 

Zum Thema Heizungsmodernisierung informiert die Verbraucherzentrale NRW am Donnerstag, 11. Oktober, von 9 bis 17 Uhr im Rathaus. Ebenfalls am 11. Oktober um 18.30 Uhr beginnt ein Vortrag der Polizei: Darin geht es um Einbruchschutz, der gleichzeitig dem Klimaschutz dient. Wichtig: Dieser Vortrag findet nicht wie im Flyer aufgeführt im Rathaus statt, sondern in der Kreissparkasse (Österwieher Straße).

 

Gute Unterhaltung bietet am Freitag, 12. Oktober, Jan Jahn mit seinem musikalischen Kabarett „In zehn Schritten zum Weltretter“. Beginn ist um 19.30 Uhr im Gymnasium Verl. Karten im Vorverkauf sind zum Preis von zwölf Euro im Bürgerservice und in der Buchhandlung Pegasus erhältlich, an der Abendkasse kostet der Eintritt 14 Euro. Jan Jahn gelingt es, dem ernsten Thema so unterhaltsame Seiten abzugewinnen, dass nach der Veranstaltung alle beschwingt und motiviert den Heimweg antreten. Selbstironisch, klamaukfrei, authentisch und gerne auch politisch unkorrekt.

 

Abschluss der Klimaschutzwoche ist am Samstag, 13. Oktober, eine Familienaktion am Bürgerhaus „Hühnerstall“. Von 14 bis 18 Uhr lädt der Verein „Hof Diekämper – natürlich leben und lernen e. V.“ alle Kinder mit ihren Eltern und Großeltern ein, gemeinsam ein Insektenhotel zu bauen und dieses zum Selbstkostenpreis mit nach Hause in den eigenen Garten zu nehmen. Außerdem wird an diesem Nachmittag Apefelsaft gepresst - natürlich mit Kostproben -, das Spielmobil kommt, es gibt Kaffee und Kuchen und es sind insektenfreundliche Blumensamen erhältlich.

 

Bildquellen: Pressestelle der Stadt Verl

Ihr Ansprechpartner bei der Stadt Verl

Dr. Fabian Humpert
Klimaschutz
Raum: 020 (EG)
Telefon: 05246 / 961-107
E-Mail: Dr.Fabian.Humpert@verl.de