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01. August 2018

FTTH: Regierungspräsidentin überreicht Förderbescheide

Förderbescheid

Mit rund 3,5 Millionen Euro im Gepäck ist Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl jetzt aus Detmold nach Verl gereist. Nicht in bar – sondern in Form von zwei Förderbescheiden für den Breitbandausbau in den unterversorgten Ortslagen, in denen die Hausanschlüsse unter 30 Mbit pro Sekunde liegen. Bis zum 31. Dezember 2020 sollen die beiden Fördergebiete Verl-West, Sürenheide und Sende sowie Kaunitz, Österwiehe, Bornholte und Verl-Süd mit schnellem Internet versorgt sein. Angeschlossen werden 384 Gebäude mit insgesamt 649 Haushalten.

 

Zur Überreichung der beiden Förderbescheide an Bürgermeister Michael Esken waren mit Oliver Worms und Peter Pollmeier auch zwei Anlieger gekommen, die den neuen Anschluss schon sehnsüchtig erwarten. Eine zusammenbrechende Leitung während eines Online-Bewerbungstests des Sohnes oder Landwirte, die ihre Daten mangels erforderlicher Internetleistung noch faxen müssen, seien bei unter 30 Mbit/s an der Tagesordnung, schilderte Oliver Worms. Solche Probleme sollen bald der Vergangenheit angehören.

 

„Von der Steinzeit sofort in die Zukunft“, umschrieb Beigeordneter Thorsten Herbst den bevorstehenden digitalen Schub. Ziel der Förderung ist der FTTH-Ausbau (Fiber To The Home, sprich Glasfasertechnologie bis ins Haus) der unterversorgten Hausanschlüsse mit einer Downstreamübertragungsrate von mindestens 100 Mbit/s symmetrisch. „Das Projekt ist ein wesentlicher Baustein auf dem Weg zu einem möglichst glasfaserbasierten Breitbandausbau des Stadtgebietes Verl“, sagte Bürgermeister Michael Esken. Der Innenstadtbereich war bekanntlich bereits im Jahr 2017 mit FTTH aufgerüstet worden.

 

Das Gesamtvolumen für beide Fördergebiete liegt bei insgesamt 3,9 Millionen Euro. 90 Prozent trägt das Land, die restlichen zehn Prozent in Höhe von knapp 400.000 Euro übernimmt die Stadt Verl. Wie Wirtschaftsförderin Sandra Claes erläuterte, werden insgesamt 110 Kilometer Leerrohre und 74 Kilometer Glasfaser verlegt. Dass es die Förderung gebe, zeige dass das Land NRW ebenso wie die Kommunen sehr bestrebt sei, die Digitalisierung auszubauen und den Bürgerinnen und Bürgern einen schnellen Internetzugang zu ermöglichen. Dennoch sei ein durchaus recht langwieriger und schwieriger Prozess erforderlich, um Fördermittel zu erhalten, räumte Marianne Thomann-Stahl ein. Dass die Stadt Verl diesen Prozess innerhalb von nur eineinhalb Jahren bewältigt habe, sei eine tolle Leistung. „Das ist ziemlich schnell. Da hat die Verwaltung sehr gute Arbeit geleistet“, lobte die Regierungspräsidentin.

 

Der FTTH-Ausbau im ländlichen Raum sei keineswegs selbstverständlich, betonte Beigeordneter Thorsten Herbst. FTTC – also Glasfaser bis zum Verteilerkasten – sei hier das gängige Modell. Aber: „Davon hätten alle ein bisschen profitiert, aber keiner so richtig.“ Deshalb hätten sich Politik und Verwaltung für FTTH entschieden. Der Ausbau erfolgt durch die Deutsche Glasfaser GmbH.

 

Wie Sandra Claes erläuterte, werde zurzeit noch der Kooperationsvertrag mit der Deutschen Glasfaser abgestimmt, anschließend erfolge die detaillierte Planung für den Ausbau, der voraussichtlich im Herbst starten wird und entsprechend dem Förderzeitraum bis Ende 2020 abgeschlossen sein muss.

 

Für die Ortslagen außerhalb der Innenstadt, in denen die Anschlüsse nicht unterhalb der 30 Mbit-Grenze liegen, ist ein eigenwirtschaftlicher Glasfaser-Ausbau geplant. Schon mit der Innenstadt und den beiden Fördergebieten werden 16 Prozent des Stadtgebietes mit  FTTH versorgt sein, das Endziel sind 85 Prozent. Zum Vergleich: In ganz NRW haben zurzeit rund sieben Prozent der Haushalte FTTH.  

 

Bildzeile:

Übergabe der Förderbescheide: (vorne v. l.) Bürgermeister Michael Esken und Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl, (hinten v. l.) Beigeordneter Thorsten Herbst, Dezernent Konstantin Plümer (Bezirksregierung), Sandra Claes (Stadt Verl), Oliver Worms und Peter Pollmeier.

Bildquellen: Pressestelle der Stadt Verl

Ihr Ansprechpartner bei der Stadt Verl

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E-Mail: Sandra.Claes@verl.de