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17. Mai 2018

Ausstellung "40 Frauen": Erzählcafé am 28. Juni

Ausstellung

Wie haben Frauen in Ostwestfalen-Lippe die ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg erlebt? Mit welchen Mitteln und Methoden versuchten sie, sich und ihre Familien durch Mangel, Hunger und Kälte zu retten? Wie erlebten sie ihren Alltag in den Trümmerlandschaften? Wie waren die Beziehungen zu den Besatzungssoldaten? Davon erzählt eindrucksvoll die Ausstellung „40 Frauen – Das Überleben organisieren“, die noch bis zum 29. Juli im Verler Heimathaus zu sehen ist.  

 

40 Frauen – darunter Helga Lehmann aus Verl – berichten von ihrem Überlebenskampf. Auf Roll-ups sind die Schilderungen der Frauen zu Flucht, Hunger, Not, Währungsreform, Krankheit, Gewalt oder Emanzipation zu lesen. Sehr anschaulich wird die damalige Zeit auch durch die vielen Originalexponate, wie zum Beispiel zu Haushaltszubehör umfunktionierte Stahlhelme, eine elektrische Behelfskochplatte aus Schamottsteinen oder vielfach getragene und noch öfter gestopfte Seidenstrümpfe. Darüber hinaus „sendet“ ein Volksempfänger Musik und Nachrichten aus der damaligen Zeit. Auch Filmsequenzen aus Interviews mit den Frauen sind zu sehen.  

 

Gerade die Situation in Ostwestfalen-Lippe gestaltete sich im Nachkriegsalltag für die Frauen schwierig, denn die Region blieb nach Kriegsende lange Jahre ein Bezirk mit extrem hoher Flüchtlingsdichte. Die Siegermächte wiesen dem Regierungsbezirk deutlich mehr heimatlos gewordene Menschen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten zu als jeder anderen westdeutschen Verwaltungseinheit. Die Männer fehlten vielfach, da sie an der Front gefallen oder noch in Kriegsgefangenschaft waren. Daher blieben die Organisation des Überlebens, die Ernährung der Familie und der Wiederaufbau oft den Frauen überlassen. Eine Herausforderung, die sie mit viel Kraft, Mut und Einfallsreichtum meisterten.    

 

Geöffnet ist die Ausstellung, die vom Heimatverein Verl und der Gleichstellungsstelle der Stadt Verl in Kooperation mit dem Literaturzirkel OWL e. V. präsentiert wird, mittwochs und sonntags von 15 bis 17.30 Uhr sowie nach Vereinbarung.  

 

Im Rahmen der Ausstellung sind alle Interessierten zu folgender Veranstaltung eingeladen:

 

Donnerstag, 28. Juni, 16 bis 18 Uhr

Nachkriegsgeschichten von Muckefuck und Rübenkraut

Zu Geschichten und Berichten aus den ersten Nachkriegsjahren werden kleine Kostproben aus der Nachkriegsküche gereicht. Not machte damals erfinderisch – auch und gerade in der Küche. Der Eintritt ist frei.      

 

Bildzeile:

Eine Flüchtlingsfamilie in einer der zahlreichen Bielefelder Notunterkünfte. (Foto: Stadtarchiv Bielefeld)  

Bildquellen: Stadtarchiv Bielefeld

Ihr Ansprechpartner bei der Stadt Verl

Sabine Heethey
Gleichstellungsstelle
Raum: 121 (1. OG)
Telefon: 05246 / 961-143
E-Mail: Sabine.Heethey@verl.de