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Meldungsarchiv

21. Februar 2018

Bundesfreiwilligendienst bietet viele Chancen

Bufdis

Lehrerin zu werden – das war nach dem Abitur ihr Wunsch. Aber für Grundschulkinder? Oder doch lieber an einer weiterführenden Schule? Da war sich Charlotte Bergmann nicht so sicher. Also machte sie sich auf die Suche, wie sie ihren Berufswunsch am besten mal testen kann – und hat im Bundesfreiwilligendienst eine Möglichkeit gefunden. Seit dem Sommer ist Charlotte nun eine von zwei „Bufdis“ an Verler Schulen. Für die 20-Jährige aus Rietberg genau die richtige Entscheidung.  

 

„Für mich steht inzwischen fest, dass ich auf jeden Fall Lehrerin an einer Grundschule werden möchte“, ist die junge Frau nach einem halben Jahr als „Bufdi“ überzeugt. Denn ihre Tätigkeit an der Gemeinschaftsgrundschule Am Bühlbusch macht ihr großen Spaß. Dort ist Charlotte Bergmann sowohl als Unterstützung im Unterricht zugegen als auch in der Offenen Ganztagsschule, etwa in der Hausaufgabenbetreuung und im Freizeitbereich.

 

„An der Bühlbuschschule ist es der erste Bundesfreiwilligendienst, daher war es auch für die Kinder anfangs etwas ganz Neues, dass ich da bin“, erinnert sich Charlotte Bergmann. Und genauso ungewohnt war es für die 20-Jährige, die gerade selbst noch am Gymnasium Nepomucenum in Rietberg die Schulbank gedrückt hatte, plötzlich als „Frau Bergmann“ von den Kindern um Rat und Hilfe beim Lernen im Unterricht oder bei den Hausaufgaben gefragt zu werden. Aber beide Seiten hätten sich rasch aufeinander eingestellt. Und sie hat festgestellt: „Man merkt, dass man gebraucht wird. Das ist ein sehr schönes Gefühl.“

 

Die „Bufdis“ an den Verler Schulen sind als ergänzende Kräfte tätig, das heißt, sie ersetzen keinesfalls das Lehrpersonal. Sie sind viel mehr dafür da, die Schülerinnen und Schüler im Unterricht beim Lernen individuell zu unterstützen, also zum Beispiel Aufgaben noch mal zu erklären und bei der Lösung zu helfen. Sie begleiten Arbeitsgruppen, helfen bei Pausenangeboten oder der Hausaufgabenbetreuung, und sie sind zusätzliche Ansprechpartner für die Schülerinnen und Schüler, etwa bei Problemen in der Schule, in der Familie oder mit Freunden. Die Bundesfreiwilligen stehen daher in enger Zusammenarbeit und stetem Austausch mit dem Lehrerkollegium.  

 

„Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung durch die Bundesfreiwilligen und freuen uns, dass die Stadt Verl diese Stellen anbietet“, sagt Eric Dölwes, Lehrer und Koordinator Inklusion an der Gesamtschule. Denn die pädagogischen Aufgaben nähmen stetig zu. Für die Tätigkeit in einer Schule sollten die „Bufdis“ vor allem Offenheit, Geduld, Einfühlungsvermögen und Spontanität mitbringen. „Ganz wichtig ist auch, dass sie bereit sind, Probleme zu erkennen und zu benennen. Dass sie den Mut haben, Probleme anzusprechen“, betont er. Kommunikationsfähigkeit sei daher ebenfalls eine wichtige Eigenschaft.  

 

Die Gesamtschule hat mit Majlinda Cakaj bereits die zweite Bundesfreiwillige. Auch die 21-Jährige zieht nach dem ersten halben Jahr eine durchweg positive Bilanz. Wohin sie ihr beruflicher Weg führen soll, hat sie zwar noch nicht endgültig entschieden, aber das Jahr sei auf jeden Fall eine Bereicherung: „Vor allem für die Persönlichkeitsentwicklung“, so die junge Verlerin. Man lerne viel über sich selbst, habe Zeit zu überlegen, was man wolle, und reife an den Aufgaben. „Es fühlt sich gut an. Und es ist einfach ein gutes Jahr der Orientierung“, sagt Majlinda Cakaj.

 

Begleitet wird der Bundesfreiwilligendienst durch Seminare zur politischen Bildung, zur Erweiterung der persönlichen und sozialen Kompetenzen sowie – nach Vereinbarung – zu fachspezifischen Inhalten. Bei einer zwölfmonatigen Dienstdauer sind 25 Bildungstage vorgesehen. Charlotte Bergmann und Majlinda Cakaj fahren dafür regelmäßig zum Bildungszentrum Bad Oeynhausen. Die Stadt Verl bietet auch für das kommende Schuljahr 2018/2019 wieder Stellen für den Bundesfreiwilligendienst an. Die aktuellen Stellenangebote finden Interessierte hier.

 

Auf einen Blick:

Wer kann einen Bundesfreiwilligendienst absolvieren? Alle Bürgerinnen und Bürger, die ihre Pflichtschulzeit absolviert haben: junge Menschen nach der Schule, Menschen in mittleren Jahren und Seniorinnen und Senioren. Alter, Geschlecht, Nationalität oder die Art des Schulabschlusses spielen dabei keine Rolle.

Für welchen Zeitraum muss ich mich verpflichten? Die Regeldauer sind zwölf Monate.

Welche Leistungen erhalte ich im Freiwilligendienst? Freiwilligenausweis, Taschengeld (die Höchstgrenze liegt bei 381 Euro, gegebenenfalls weitere Leistungen für Unterkunft, Verpflegung, etc.), Zeugnis. In welchen Bereichen kann ich den Bundesfreiwilligendienst leisten? Die Einsatzbereiche sind vielfältig: Soziales (Kinder- und Jugendhilfe, Jugendarbeit, Wohlfahrts-, Gesundheits- und Altenpflege, Behindertenhilfe), Umwelt- und Naturschutz, Sport, Integration, Kultur- und Denkmalpflege, Bildung, Zivil- und Katastrophenschutz.

Nähere Infos: www.bundesfreiwilligendienst.de

 

Im Bild (v. l.) Majlinda Cakaj, Eric Dölwes und Charlotte Bergmann.  

Bildquellen: Pressestelle der Stadt Verl

Ihr Ansprechpartner bei der Stadt Verl

Katrin Müller
Fachbereich Zentrale Dienste
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Telefon: 05246 / 961-116
E-Mail: Katrin.Mueller@verl.de