QR-Code

Meldungsarchiv

26. Oktober 2017

Gedenken an Novemberpogrome 1938

Stolperstein

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 ereigneten sich im ganzen Land die nationalsozialistischen Novemberpogrome: Synagogen wurden in Brand gesteckt, jüdische Geschäfts- und Privathäuser verwüstet, jüdische Friedhöfe geschändet, jüdische Menschen misshandelt und verhaftet. Diese Nacht bezeichnete nach den Jahren ihrer Ausgrenzung und Herabsetzung den Beginn der planmäßigen Verfolgung der deutschen Juden, die in ihrer Ermordung gipfeln sollte.  

 

In Verl überfielen nationalsozialistische Schläger die Familie Hope. Laura Hope führte einen Gemischtwarenladen mit Schankwirtschaft in ihrem Haus Verl Nr. 9 (heute Hauptstraße 33). Die Täter drangen gewaltsam in das Haus ein, in dem sich Frau Hope, ihr Sohn Fritz und ihre Töchter Anna und Auguste aufhielten, und begannen, die Einrichtung von Wohnung und Laden zu zertrümmern. Der Sohn flüchtete in Todesangst zu der benachbarten Familie Schmalenstroer, die ihn versteckte. Am nächsten Morgen wurde er gemeinsam mit seinem Cousin Otto Hope verhaftet und in das Konzentrationslager Buchenwald gebracht.

 

Fritz Hope fand 1940 in Brasilien Aufnahme. Seiner Mutter, seinen Schwestern und seinem Cousin, der nach Verl zurückgekehrt war, gelang die geplante Auswanderung wegen des Krieges nicht mehr. Auguste Hope, verheiratete Altmann, nahm sich 1942 in Berlin das Leben; Laura, Anna und Otto Hope wurden 1942 aus Verl deportiert und fanden in nationalsozialistischen Lagern den Tod.

 

Anlässlich des Jahrestags der Pogromnacht bietet der Heimatverein Verl am Donnerstag, 9. November, einen thematischen Stadtrundgang zum Gedenken an das erlittene Unrecht und die Ermordung der Mitglieder der Familie Hope an. Unter der Leitung von Matthias Holzmeier werden Orte jüdischen Lebens in Verl besucht. Dazu sind alle Interessierten willkommen. Treffpunkt ist um 18 Uhr am Heimathaus.

 

Anschließend liest Andrea von Treuenfeld auf Einladung der Stadt Verl und des Heimatvereins Verl im Heimathaus aus ihrem Buch "Erben des Holocaust - Leben zwischen Schweigen und Erinnerung". Darin schildern prominente Söhne und Töchter von Holocaust-Überlebenden wie zum Beispiel Marcel Reif, Nina Ruge und Ilja Richter, wie sie mit den Erinnerungen der Eltern an Flucht, Vertreibung und Vernichtung aufgewachsen sind und inwiefern dieser Schatten das eigene Leben geprägt hat. Beginn ist um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

 

 

Bildquellen: Pressestelle der Stadt Verl

Ihr Ansprechpartner bei der Stadt Verl

Annette Huss
Fachbereich Zentrale Dienste
Raum: 5, Paderborner Str. 2
Telefon: 05246 / 961-121
E-Mail: Annette.Huss@verl.de