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Aktuelle Meldung

09. November 2017

Treffpunkt Grenzenlos als zentrale Anlaufstelle bewährt

Grenzenlos

Der Treffpunkt Grenzenlos macht seinem Namen alle Ehre: Denn hier treffen sich seit der Eröffnung im März 2016 jeden Tag Menschen aus vielen verschiedenen Ländern, um gemeinsam Deutsch zu lernen, sich auszutauschen und bei Flüchtlingsberater Mustafa Haroglu Rat und Hilfe zu suchen. Und auch die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in der Flüchtlingsberatung gehen in dem Treffpunkt in der Wilhelmstraße ein und aus. Denn die Ehrenamtskoordination ist ebenfalls hier untergebracht.  

 

Der große Zustrom von Flüchtlingen, der Deutschland im Jahr 2015 erreichte, ist inzwischen deutlich abgeebbt. Die Zahl der in Verl lebenden Flüchtlinge hat sich bei zirka 500 eingependelt. 300 von ihnen sind inzwischen anerkannt. Der überwiegende Teil der Menschen stammt aus Syrien, aber auch Flüchtlinge aus dem Irak, aus Armenien, Guinea oder Pakistan haben in Verl Zuflucht gefunden. Flüchtlingsberater Mustafa Haroglu ist für sie ein wichtiger Ansprechpartner. Auch Menschen, die bereits ihre Anerkennung haben, suchen bei ihm Rat und Hilfe – und bekommen sie. „Eigentlich sind wir als Stadt dann nicht mehr zuständig. Aber gerade durch die Anerkennung kommen meist ganz neue Fragen und Probleme auf. Denn dann müssen die Menschen zum Beispiel eine eigene Wohnung finden, was ausgesprochen schwierig ist. Also helfen wir auch diesen Menschen weiter“, sagt er.  

 

Jeden Tag bietet Mustafa Haroglu Sprechstunden im Treffpunkt Grenzenlos an – montags, mittwochs, donnerstags und freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr, dienstags sogar von 8.30 bis 17 Uhr. Der Flüchtlingsberater spricht Türkisch, Kurdisch und etwas Serbokroatisch. Die für die Flüchtlingsunterkünfte zuständigen Hausmeister können mit Arabisch aushelfen. Mit Barbara Menne und Laura Foster sind im Fachbereich Soziales zwei Mitarbeiterinnen tätig, die sehr gute Kenntnisse in Französisch und Englisch haben. „Und wenn wir eine Übersetzung in einer anderen Sprache benötigen, finden wir auch dafür jemanden“, sagt Mustafa Haroglu.  

 

Natürlich steht für die hier lebenden Flüchtlinge das Erlernen der deutschen Sprache ganz oben an. Insbesondere für Frauen in Elternzeit ist es aber oft schwierig, regelmäßig einen Deutschkurs zu besuchen. Für sie bietet Afaka Tamo, die selbst mit ihrer Familie aus Syrien geflüchtet ist, dreimal in der Woche einen Deutsch- und Alphabetisierungskurs im Treffpunkt Grenzenlos an. Jeweils zwei Stunden werden dann gemeinsam Wörter und Sätze gelernt, während die Kinder in der großzügigen Spielecke spielen können. Auch das Sprachcafé der Libelle, das momentan pausiert, soll demnächst wieder angeboten werden. Regelmäßig gibt es auch Veranstaltungen im Rahmen des Projektes „Migranten für Migranten“: Dann geht es in Vorträgen und Workshops beispielsweise um Gewaltprävention, Frauenrechte und Frauengesundheit – auch auf Persisch und Arabisch.  

 

Auf Anregung von Afaka Tamo wird es demnächst noch ein ganz neues Angebot geben: einen Nähtreff. Dafür wurden gerade zwei Nähmaschinen angeschafft, eine dritte wurde gespendet. Ein Teil der Anschaffungskosten wurde aus dem Erlös der Bilder-Auktion bestritten, die auf „Verler Leben“ stattgefunden hatte und für die Afaka Tamos Ehemann Abdulkader Khalil seine Bilder zur Verfügung gestellt hatte. Auch die Stadt Verl unterstützt dieses Projekt mit finanziellen Mitteln. „Das Angebot im Treffpunkt Grenzenlos richtet sich auch immer nach Nachfrage und Bedarf, genauso wie sich die Lebenssituation der hier lebenden Flüchtlinge eben im Laufe der Zeit ändert“, erläutert Mustafa Haroglu.  

 

Das ehrenamtliche Engagement der Verlerinnen und Verler in der Flüchtlingshilfe ist nach wie vor groß. Die meisten Flüchtlinge seien auch dank dieser Hilfe schon gut integriert. „Zur Integration hat aber sicherlich auch die dezentrale Unterbringung beigetragen, auf die die Stadt Verl von Anfang an gesetzt hat“, hebt Mustafa Haroglu hervor. Neue Interessierte, die sich für neu zugezogene Flüchtlinge engagieren möchten, sind jederzeit willkommen. Sei es als Familienpaten oder als Helfer an der Seite von Menschen, die allein auf die Flucht gegangen sind. „Wir sind für jede Hilfe dankbar“, sagen Ehrenamtskoordinatorin Erika Richert und Mustafa Haroglu (im Bild von links).    

 

Termintipp:

Am Mittwoch, 15. November, findet im Treffpunkt Grenzenlos in der Zeit von 17 bis 20 Uhr eine Info-Veranstaltung mit einer Referentin des Flüchtlingsrates NRW statt. Das Thema lautet: „Rechtliche Rahmenbedingungen für den Zugang von Flüchtlingen zum Arbeitsmarkt.“ Dazu sind alle Interessierten willkommen.    

 

Bildquellen: Pressstelle der Stadt Verl

Ihr Ansprechpartner bei der Stadt Verl

Barbara Menne
Fachbereich Soziales
Raum: 239 (2. OG)
Telefon: 05246 / 961-205
E-Mail: Barbara.Menne@verl.de