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Aktuelle Meldung

16. Februar 2017

Verler Wirtschaftsgespräch mit Dr. Gertrud R. Traud

Wirtschaftsgespräch

Geisterbahn? Riesenrad? Oder doch eher Autoscooter? Auf den ersten Blick sind es eher ungewöhnliche Bilder, die Dr. Gertrud R. Traud wählt, wenn sie als Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen Szenarien für die Wirtschaftsentwicklung  2017 prognostiziert. „Der Jahrmarkt ist eine Miniaturausgabe der Welt, in der wir leben“, erläuterte sie jetzt den mehr als 150 Gästen des 12. Verler Wirtschaftsgesprächs. Erstmals fand das Treffen nicht im Rathaus statt, sondern in den Räumlichkeiten der Beckhoff Automation GmbH & Co. KG am Hülshorstweg.

 

Dort nutzte eine große Zahl der Gäste die Gelegenheit, vor der Veranstaltung an einer Betriebsführung durch die verschiedenen Entwicklungs- und Produktionsstätten des Unternehmens teilzunehmen. Anschließend  eröffnete Bürgermeister Michael Esken das 12. Verler Wirtschaftsgespräch. Dabei betonte er, dass die Wirtschaftsförderung in Verl nach wie vor ganz oben auf der Agenda stehe. „In Verl geht es uns gut. Die Herausforderung für uns ist, dieses Level zu halten“, sagte Esken. Flächen zur Verfügung zu stellen, um gewerbliche Neuansiedlungen und Erweiterungen zu ermöglichen, sei dabei nur ein Part. „Auch insgesamt müssen die Rahmenbedingungen stimmen, damit Familien gerne nach Verl kommen und es Spaß macht, hier zu wohnen.“ Denn genauso wie eine Stadt eine florierende Wirtschaft brauche, damit es ihr gut geht, brauche die Wirtschaft Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die am Erfolg mitarbeiten.

 

Um die Wirtschaftsförderung weiter zu stärken, hat die Stadt seit November 2016 mit Sandra Claes eine neue Mitarbeiterin für diesen Bereich. Sie werde sich unter anderem gezielt darum kümmern,  in Verl die Netzwerkarbeit mit und unter den Unternehmen auszubauen, kündigte Esken an. „Wir wünschen uns, dass kleine und große Unternehmen zusammenkommen, damit wir alle gemeinsam den Standort Verl sichern und weiter verbessern können“, sagte der Bürgermeister.

 

Hans Beckhoff, Geschäftsführer der Beckhoff Automation GmbH & Co. KG, sieht Verl auf dem richtigen Weg, wie er in seiner kurzen Unternehmensvorstellung betonte. Verl sei eine mustergültige Stadt, und von den guten Rahmenbedingungen habe auch die Beckhoff-Group immer profitiert.  Mit insgesamt 3.350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (davon 2.000 am Standort Verl) und Direktvertretungen in mittlerweile 35 Ländern sowie 679 Millionen Euro Jahresumsatz in 2016 spielt  die 1980 gegründete Beckhoff Automation  ganz oben mit. Damit es auch in Zukunft weiter aufwärts geht, liegt Hans Beckhoff das Thema Ausbildung am Herzen. So warb er vor den mehr als 150 Unternehmern im Publikum für den 2010 gegründeten Studienort Gütersloh der Fachhochschule Bielefeld, für den er sich in besonderem Maße engagiert. 

 

Gertrud R. Traud richtete im Hauptteil des Abends ihren Blick auf die aktuellen Wirtschaftsmärkte und -tendenzen. „Deutschland und die Eurozone sind im Boom“, stellte sie fest. Das Wachstum sei zwar noch nicht wieder auf dem Niveau wie vor der Wirtschaftskrise angekommen, aber es sei ein gesundes Wachstum, das Beschäftigung schaffe. Es durch Geldpolitik künstlich anzukurbeln, sei aus ihrer Sicht überhaupt nicht erforderlich, so die Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen.

 

Seit 2006 leitet sie dort das Research und wird als bisher einzige Frau in dieser Position in der Frankfurter Finanzwelt und darüber hinaus hoch geschätzt. „Dieses Jahr wird schon heftig und wir brauchen gute Nerven“, sagte sie – auch mit Blick auf die USA nach der Präsidentschaftswahl – voraus.  Große Sorgen mache sie sich aber nicht. „Denn alle Länder, auf die wir schauen, gehen vorwärts.“ Entscheidend seien allerdings offene Märkte („Ohne offene Märkte fällt die Wirtschaft in sich zusammen“) und dass sich Europa nicht auseinander dividieren lasse. Und wie lautet vor diesem Hintergrund die Prognose? Geisterbahn? Riesenrad? Oder doch eher Autoscooter? „15 Prozent Geisterbahn, zehn Prozent Riesenrad und 75 Prozent Autoscooter“, so die Einschätzung von Dr. Gertrud Traud.

 

Ihr Honorar in Höhe von 3.000 Euro stellte die Referentin, die über Vermittlung der Kreissparkasse Wiedenbrück nach Verl gekommen war, als Spende zur Verfügung. In den Genuss des Geldes kommt  der TV Verl, der damit seine Herzsport- und Schlaganfall-Sportgruppen sowie die Sportgruppe für geistig behinderte Kinder und Jugendliche mit Materialien unterstützt.  „Das ist für uns und unsere Sportler eine Super-Sache“, freute sich TV-Geschäftsführer Jörg Peters.

 

Im Bild: (v. l.) Bürgermeister Michael Esken, Hans Beckhoff, Dr. Gertrud R. Traud und Johannes Hüser (Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Wiedenbrück).

Bildquellen: Pressestelle der Stadt Verl

Ihr Ansprechpartner bei der Stadt Verl

Sandra Claes
Fachbereich Bauverwaltung
Raum: 103 (1. OG)
Telefon: 05246 / 961-227
E-Mail: sandra.claes@verl.de